Friedrich II: Das Leben in der Geschichte – II
Der Erfolg des friedlichen Kreuzzugs, der es christlichen Pilgern durch einen diplomatischen Vertrag ermöglicht, für 10 Jahre, 5 Monate und 40 Tage Zugang zu Jerusalem zu haben, führt nicht sofort zur Aufhebung des Banns: Dies geschieht erst im Jahr 1230, nach einem mühsamen Krieg zur Rückeroberung des Königreichs Sizilien, das inzwischen von päpstlichen Truppen besetzt war.
Im Jahr 1235 heiratet der Kaiser Isabella von England, die sechs Jahre später bei der Geburt stirbt. Aus ihrer Verbindung entstehen Margarete und Carlito (später Heinrich genannt, nachdem der gleichnamige Erstgeborene, der sich gegen seinen Vater aufgelehnt hatte, im Gefängnis gestorben war). Neben seinen drei legitimen Ehefrauen liebte er auch Bianca Lancia, die vielleicht im Artikel mortis geheiratet wurde und aus deren Verbindung Manfred, der Lieblingssohn und letzte Herrscher der Stauferdynastie, hervorging.
Friedrich II. war in seinem Leben König von Sizilien von 1198 bis 1250, von Deutschland von 1215 bis 1250, von Jerusalem von 1225 bis 1228 (obwohl der Titel tatsächlich seinem Sohn Konrad gehörte) und Kaiser von 1220 bis 1250.
In seinem wandernden Hof empfing er die angesehensten christlichen, arabischen und jüdischen Wissenschaftler und Intellektuellen seiner Zeit. Er war ein Liebhaber von Literatur, Philosophie, Kunst und Musik, die er auch selbst ausübte. Im Jahr 1224 gründete er in Neapel die erste "staatliche" Universität der Geschichte und erließ 1231 ein Korpus von Gesetzen, das jahrhundertelang Gültigkeit haben sollte.
Er starb am 13. Dezember 1250 auf Schloss Fiorentino in Apulien. Sein Körper wurde nach Palermo überführt und in der Kathedrale in einem roten Porphyr-Sarkophag (kaiserliches Material) beigesetzt, das sein Großvater Roger viele Jahre zuvor für sich selbst ausgewählt hatte.
Die facettenreiche und charismatische Persönlichkeit Friedrichs hat Mythen und Legenden genährt und einen großen Einfluss auf Europa im späten Mittelalter ausgeübt, so sehr, dass er von einem zeitgenössischen Chronisten (Matteo Paris) den rätselhaften und zweideutigen Beinamen "Stupor Mundi", das heißt "Verwunderung der Welt", erhielt.
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